Ausstellung:
The world of Maramures

Aussteller:
Virgilio Bardossi (I)

Ort:
Schlossgutplatz



Ausstellungsjahr:
2008



Spezielles:
Führungen: Freitag und Samstag je 17:00 Uhr

The world of Maramures

Geboren 1945 in Fiesole (Florenz), war Virgilio Bardossi immer von der Fotografie fasziniert. Von Beruf ist er Lithograph, was ihm bei seinem Hobby viel geholfen hat. 1973 erwarb er die erste Spiegelreflexkamera und trat einem Fotoklub der FIAF (Federazione Italiana Associazioni Fotografiche) bei.

Er zieht Schwarzweiss-Bilder vor, fotografiert aber auch in Farbe. Sein Lieblingsthema ist die Reportage und der Kontakt mit den von ihm fotografierten Personen. Daneben gefallen ihm auch Landschaften, Portraits und Sport.

Seine SW-Aufnahmen entwickelt und vergrössert er selber, er kann sich nicht vorstellen, dass andere das für ihn machen. Jetzt fotografiert er schwarzweiss analog und digital.

Seine Bilder wurden in vielen Ländern ausgestellt.

Unzählige Preise weltweit krönen Virgilio Bardossi's Palmares. In Italien liegt er in der Statistik aller Zeiten der FIAF an 2. Stelle und ist der einzige Autor, der in allen Kategorien Sterne erwarb. Bei den Auszeichnungen ragen 3 erste und ein zweiter Rang sowie eine Honorable Mention bei den FIAP-Weltcups für Nationen heraus. 2007 FIAP-Weltcupsieger für Klubs. Beim Photo NIKON Contest wurde er in 3 Editionen prämiert.

Nebst Büchern und Kalendern hat er auch einige Fotomappen in limitierter Auflage, numeriert und signiert, herausgegeben, z.B. "Ritratti: Maramures fine millenio" am FIAP-Kongress in Prato 2001 und "The world of Maramures" beim FIAP-Kongress in Budapest 2004. Letztere wurde als beste Arbeit des Kongresses bewertet und trug ihm den Titel Maitre-FIAP ein. Die franz. Zeitschrift Photo Art widmete ihm einen umfangreichen Artikel über 8 Seiten.

Im Jahre 2005 wurde er vom Chinesischen Verband zusammen mit weiteren Fotografen aus aller Welt eingeladen, das Tibet zu dokumentieren, woraus das Buch "Focusing on Snow Land" resultierte.

2006 erwarb Virgilio Bardossi den Titel EFIAP/p (platinum). Es gibt weltweit nur eine handvoll Fotografen, die beide höchsten Titel MFIAP und EFIAP/p tragen.

Sein neuestes Werk ist das Buch "Acqua alta a Venezia", bisher das einzige, das das Hochwasser dokumentiert. Eine Auswahl dieser Bilder wurde bei der Piazza S. Marco in der berühmten Galerie "Bevilacqua La Masa" ausgestellt.

2007 erhielt Virgilio Bardossi von der FIAF den Titel IFI (Insignito Fotografo Italiano).

Maramures
Maramures nennt sich eine Region im Norden  Rumäniens, der Fluss Tisa ist die natürliche Grenze zur Ukraine. Der Reisende findet sich in einer für uns Westliche nun vergessenen Welt. Beim Besuch der zahlreichen Dörfer, die sich alle den Hauptstrassen entlang ausbreiten, begegnet man am Morgen den Bauern auf dem Weg zu ihren Feldern, zu Fuss oder mit Fuhrwerken (es gibt fast keine Häuser ausserhalb der Siedlungen). Am Abend führt der Weg wieder zurück, diesmal beladen mit den geernteten Produkten.  Die Felder werden auf traditionelle Art bearbeitet. Das Pflügen erfolgt mit Pferden, das Sähen und die Ernte von Hand. Auch die Viehzucht ist ein wichtiger ökonomischer Bestandteil der Region. All diese Arbeiten von frühmorgens bis abends sind anstrengend und entbehrungsreich. Beeindruckend unter diesen Umständen ist die Heiterkeit und Spontaneität der Leute, auch gegenüber Fremden, die sich dorthin verloren haben. Die meisten Häuser sind aus Holz gebaut mit einem Giebeldach und kleinen Fenstern. Im Winter schneit es viel und es ist sehr kalt. Während unserer Aufenthalte haben wir immer mit ihnen zusammen in ihren Häusern gelebt und Speise und Usanzen mit ihnen geteilt.

Interessant sind die Wochenmärkte, die in den verschiedenen Dörfern stattfinden.

In dieser Realität nimmt die Religion (mehrheitllich orthodox, eine Minderheit griechisch-katholisch) eine wichtige Rolle ein. An Ostern, Weihnachten und weiteren Festen besuchen sie den Gottesdienst in ihren schönen traditionellen Trachten, auch wenn sie mehrere Kilometer weit bis zur Kirche oder Kloster zu Fuss gehen müssen.

Auch wenn wir zusammen gereist sind, haben wir diese Gegend in verschiedener Weise dokumentiert: Marcello fotografierte in Farbe und wählte mehr Einzelpersonen und das Innere der Häuser. Virgilio dokumentierte in Schwarzweiss die Bewohner in ihrer Umgebung, wenn möglich in Gruppen. Auf diese Art haben wir versucht, mit unsern Bildern eine Arbeit zu realisieren, die eine Realität wiedergibt, welche bald verschwunden sein wird.



 
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