Ausstellung:
Maramures in Blu

Aussteller:
Marcello Materassi (I)

Ort:
Schlossgutplatz



Ausstellungsjahr:
2008



Spezielles:
Führungen: Freitag und Samstag je 17:00 Uhr

Maramures in Blu

Marcello Materassi, 59-jährig, lebt in Florenz. Er begann 1996 an nationalen und internationalen Wettbewerben teilzunehmen, woraus bisher mehr als 1600 Annahmen und 130 Preise resultieren. Zahlreiche Ausstellungen in Italien und im Ausland (Kroatien, Türkei, Frankreich, Griechenland und Rumänien) bestätigen sein Können, und seine Aufnahmen wurden in vielen Fachzeitschriften sowie mehreren Editionen des Jahrbuches der FIAF (Federazione Italiana Associazioni Fotografiche) publiziert.
2002 erwarb er den Titel AFIAP (Artiste FIAP) und 2005 EFIAP (Excellence FIAP). Im gleichen Jahr 2002 wurde er mit Italien Weltcupsieger in Belgien bei der 20. Biennale für Farbbilder der FIAP, und 2004 erneut bei der 23. Biennale für Dias in England. Während des 27. FIAP-Kongresses in Budapest wurde ihm der Titel ESFIAP für seinen unermüdlichen Einsatz im internationalen Verband verliehen. Oft wird er als Juror für nat. und internat. Wettbewerbe eingeladen. Weitere Auszeichnungen in zeitlicher Reihenfolge: anlässlich des FIAF-Kongresses im Mai 2007 in Civitavecchia EFIAP/b (bronce) und BFI (Benemerito della Fotografia Italiana).

Maramures

Maramures nennt sich eine Region im Norden  Rumäniens, der Fluss Tisa ist die natürliche Grenze zur Ukraine. Der Reisende findet sich in einer für uns Westliche nun vergessenen Welt. Beim Besuch der zahlreichen Dörfer, die sich alle den Hauptstrassen entlang ausbreiten, begegnet man am Morgen den Bauern auf dem Weg zu ihren Feldern, zu Fuss oder mit Fuhrwerken (es gibt fast keine Häuser ausserhalb der Siedlungen). Am Abend führt der Weg wieder zurück, diesmal beladen mit den geernteten Produkten.  Die Felder werden auf traditionelle Art bearbeitet. Das Pflügen erfolgt mit Pferden, das Sähen und die Ernte von Hand. Auch die Viehzucht ist ein wichtiger ökonomischer Bestandteil der Region. All diese Arbeiten von frühmorgens bis abends sind anstrengend und entbehrungsreich. Beeindruckend unter diesen Umständen ist die Heiterkeit und Spontaneität der Leute, auch gegenüber Fremden, die sich dorthin verloren haben. Die meisten Häuser sind aus Holz gebaut mit einem Giebeldach und kleinen Fenstern. Im Winter schneit es viel und es ist sehr kalt. Während unserer Aufenthalte haben wir immer mit ihnen zusammen in ihren Häusern gelebt und Speise und Usanzen mit ihnen geteilt.

Interessant sind die Wochenmärkte, die in den verschiedenen Dörfern stattfinden.

In dieser Realität nimmt die Religion (mehrheitllich orthodox, eine Minderheit griechisch-katholisch) eine wichtige Rolle ein. An Ostern, Weihnachten und weiteren Festen besuchen sie den Gottesdienst in ihren schönen traditionellen Trachten, auch wenn sie mehrere Kilometer weit bis zur Kirche oder Kloster zu Fuss gehen müssen.

Auch wenn wir zusammen gereist sind, haben wir diese Gegend in verschiedener Weise dokumentiert: Marcello fotografierte in Farbe und wählte mehr Einzelpersonen und das Innere der Häuser. Virgilio dokumentierte in Schwarzweiss die Bewohner in ihrer Umgebung, wenn möglich in Gruppen. Auf diese Art haben wir versucht, mit unsern Bildern eine Arbeit zu realisieren, die eine Realität wiedergibt, welche bald verschwunden sein wird.



 
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