Ausstellung:
Die besten s/w Portfolios 2008
Aussteller:
Photo Suisse
Ort:
Füürwehrsaal
Ausstellungsjahr:
2008
Spezielles:
Führungen: täglich je 15:30 Uhr
Die besten s/w Portfolios 2008
Aussteller:
Photo Suisse
Ort:
Füürwehrsaal
Ausstellungsjahr:
2008
Spezielles:
Führungen: täglich je 15:30 Uhr
Die besten s/w Portfolios 2008
Der Begriff Portfolio (lat. portare "tragen" und folium "Blatt"), selten Portefeuille, bezeichnet eine Sammlung von Wertanlagen eines Typs. Im übertragenen Sinne kann es auch eine Sammlung von hilfreichen Methoden, Verfahren oder Handlungsoptionen bedeuten. Ursprünglich bezeichnete es eine Brieftasche.Bei Design, Kunst und Berufskreativen ist das Portfolio eine Zusammenstellung der besten und wichtigsten Arbeiten und Projekte, an denen man beteiligt war. Es dient zu Bewerbungs- oder Selbstvermarktungszwecken.
Bei den Wettbewerben des PHOTOSUISSE versteht man unter dem Begriff Portfolio eine in sich geschlossene Arbeit von fünf bis sieben Fotos. "In sich geschlossen" will heissen, dass diese Arbeiten inhaltlich, formal und technisch ein Ganzes sein sollten. Das sind sehr hohe Ansprüche und zu Recht wird der Portfoliowettbewerb als Krönung und als ultimative Herausforderung bezeichnet.
Das Portfolio in dieser engen und konsequenten Form ist eine Schweizerische Spezialität, auf die wir stolz sind und für die wir von anderen Nationen oft benieden werden.
Aktuell ist das Schöne und das Harmonische beim formalen Gestalten der Portfolios sehr im Trend. Dazu kommt, dank den unzähligen und immer wieder neuen Möglichkeiten, welche uns die digitale Fotografie offeriert, eine grosse Lust am Experimentieren mit der Technik. Das ist ein fantastisches Spielfeld.
Oft ist der Inhalt, die Geschichte welche ein Portfolio erzählt, kaum mehr als das Gerüst für die oben genannten Auseinandersetzungen. Das muss nicht zwingend so sein. Einige erfolgreiche Arbeiten haben in früheren Jahren gezeigt, dass auch Reportagen in dieser Wettbewerbssparte einen Platz haben.
Die Portfolios, die der PHOTO SUISSE ausstellt, werden im Frühjahr 08 juriert. Diese kleine Einschätzung schreibe ich schon jetzt, im Winter. Das Resultat des Wettbewerbs im Frühjahr könnte ein völlig anderes Gesicht zeigen. Tja, das könnte sein. Und es wäre sogar logisch und auch gut, denn Wettbewerbe verändern sich. Sie verändern sich aus vielen Gründen. Vielleicht wegen dem Zeitgeist, aber mit Bestimmtheit, weil jede Jurie mit ihrer Arbeit und besonders mit der Wahl der Besten kräftige Zeichen für kommende Wettbewerbe setzt.
Die Tatsache, dass die Jurierung erst kurz vor der Ausstellung stattfindet macht einen kleinen Kunstgriff wegen der Vorschau notwendig. Wir zeigen hier ein Portfolio aus der Bilderbank. Ich bin sicher, dass das kein Notnagel, sondern eine spannende und wertvolle Verankerung ist.
Mit diesem Beispiel aus vergangener Zeit zeigen wir die Veränderungen in den Wettbewerben (und in der Fotografie) auf. Es ist die Arbeit “Menschen bei Zugshalt“ von Rudolf Bieri. Dieses Portfolio erreichte im Jahre 1992 eine Annahme.
Rudolf Bieri (1923 – 2000) hatte über viele Jahre die fotografische Entwicklung innerhalb des PHOTOSUISSE (damals SAPV) mitgeprägt. Seine Fotos zeigen, was für ein feines Gespür er für die Menschen hatte, welche er ablichtete. Ein klarer, Bildaufbau und eine brillante Technik sind Merkmale seines Schaffens.
Rudolf Bieri war bei den "Eisenbahnern" und die Eisenbahn war ihm ein liebes Motiv. Er war Lokführer. Seine stimmungsvollen Bilder aus dem Führerstand seiner Lok sind legendär.
Das ausgestellte Portfolio hatte Rudolf Bieri 1992 zusammengestellt und präsentiert. Die Bilder stammen aus einer noch früheren Zeit. Und irgendwie sind sie zeitlos. Sie erzählen mit viel Charme über Zugreisende. Sie sind einfach und ehrlich. Sie sind formal, technisch und inhaltlich ein wertvolles, reifes Dokument.
Urs Schmid
Photo Suisse










