Ausstellung:
Blumenporträt

Aussteller:
Alfons Iseli

Ort:
Schloss



Ausstellungsjahr:
2003

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Blumenporträt

Kunstfotografien sind nicht auf Worte angewiesen. Sie vermitteln ihre Botschaft direkt und tiefgehend. Sie wecken Freude und Staunen. Sie verlängern die visuelle Logik ins Absurde. Und sie bannen die Zeit, indem flüchtige Momente für ewig eingefroren werden. Kunstfotografien ziehen den Betrachter in Ihren Bann. Alfons Iseli aus Schötz macht solche Bilder.

"Wir Menschen können Raumschiffe auf den Mond schicken, sind aber nicht in der Lage, einen Grashalm zu konstruieren, der sich im Winde wiegt", begründet Kunstfotograf Alfons Iseli seine Vorliebe für Motive aus der Natur. Blumen und Pflanzen sind für ihn unerschöpfliche Inspirationsquelle: "Die Natur ist voller Wunder. Mir liegt viel daran, das Unbeachtete beachtenswert erscheinen zu lassen, die Monumentalität der kleinen Details sichtbar zu machen."

Iselis Pflanzenbilder erinnern an Gemälde-Stilleben: Sie sind getragen von einer einzigartigen Harmonie und Zeitlosigkeit, sie schaffen damit ein Gegengewicht zur Hektik unserer Welt. Befragt man den Künstler nach seiner Arbeitsweise, so entdeckt man Parallelen zur Malerei. Alfons Iseli nimmt sich sehr viel Zeit zum Fotografieren, er pröbelt und tüftelt. Unter Umständen kann er sich einen ganzen Tag lang einer einzigen Blume widmen. "Dann wird die künstlerische Arbeit zu einer Art Meditation. Ich spüre nicht, wie die Zeit verstreicht. Meine ganze Aufmerksamkeit gilt der Suche nach der vollendeten Form. Wenn ich anschliessend meine Arbeit begutachte, erkenne ich oft, dass ich nahe an dieser perfekten Form dran war, sie aber nie erreicht habe. Und doch versuche ich es immer wieder. Der Weg, den ich während dieser Suche zurücklege, wird dadurch zum eigentlichen Ziel meiner Arbeit.

Alfons Iselis Bilder sind Gleichgewicht von Form und Farbe, von Bewegung und Ruhe. Der Betrachter kann nachvollziehen, dass der Künstler ohne Eile gearbeitet hat. Ohne Eile auch im fototechnischen Sinn: Iseli belichtet seine Stilleben durchschnittlich zwischen 30 und 50 Sekunden lang. Eine seltene Schärfe und Farbsättigung sind das Resultat. Dazu kommt, dass Alfons Iseli bei seinen Pflanzenbildern ausschliesslich frontal zum Tageslicht arbeitet. Das Gegenlicht legt dabei Strukturen offen, zeigt Verborgenes auf, lässt die Konturen strahlen.
Für seine Farbmodulationen arbeitet Alfons Iseli oft mit weissen Blumen, die dann erst durch das Anstrahlen mit unterschiedlichen Lichtquellen ihre überraschende Farbkomposition erhalten. Hier gilt es anzufügen, dass Alfons Iseli für seine Pflanzenbilder keine Labortricks anwendet. Die Aufnahmen werden vor dem Drücken des Auslösers komponiert, das belichtete Filmmaterial wird anschliessend ohne jede Manipulation entwickelt.




 
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